Herbsturlaub 2007

Jetzt bin ich dran !

 

Hallo, meine lieben und immer zahlreicher werdenden Fans!

Endlich bin ich dran! Schon seit zwei Wochen will ich Annegret meinen neuen Brief diktieren. Wir waren nämlich in Urlaub!

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Aber nachdem wir zurück waren, hatte sie sehr viel Arbeit. Zwar ist sie zwischendurch immer mit mir rausgegangen, aber nur kurz, und abends und nachts musste sie, nein wollte sie eine Diplomarbeit Korrektur lesen (oder korrekturlesen?) von einem ihrer Neffen. Das hatte Vorrang! Beim Lesen jammerte sie rum: „Ich versteh ü-ber-haupt nix! Aber hier fehlt ´n Komma.“ Und dann jammerte sie wieder rum: „Wann endlich gibt es mal einen Wettbewerb, wo Tanten gesucht werden mit den tollsten Neffen? Dann würde ich schlagartig berühmt!“  Von Annegrets vielen Neffen ist nämlich jeder einzelne ihr absoluter Lieblingsneffe, – so wie ich ihr absolut einziger Lieblingshund bin!

Also, wir waren ganz lange in Urlaub, so lange, wie schon lange nicht mehr. Und wisst ihr, wo?

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In Frankreich, im Elsass, in Katzenthal!  

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Vielleicht könnt ihr euch erinnern, dass wir dort vor zwei Jahren auch schonmal waren. Davon hatte ich euch ein ganz langes Urlaubstagebuch geschrieben. Wisst ihr´s noch? Das könnt ihr ruhig noch einmal lesen.

Ja, als wir dort ankamen und ich alles wieder erkannte, war ich natürlich hellauf begeistert. Mir gefällt nur einfach der Ortsname nicht! Und in diesem Jahr ist mir erstmalig aufgefallen – besonders dann, wenn wir noch unsere Spätabendrunde durchs Dorf machten – wieviele Katzen es da gibt. Da kann einem schlecht werden! Ich finde Katzen dermaßen zum Kotzen! Obwohl … es davon auch ein paar nette Exemplare gibt.

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So, und jetzt will ich ein bisschen erzählen. Der erste Abend fing gar nicht so besonders gut an. Ich hatte eigentlich das große Sofa wieder für mich erhofft, jedenfalls eine Hälfte. Aber glaubt ihr, Annegret hätte mir eine Decke darauf ausgebreitet? Nein. Sie hat mir mein Nerzbett hingelegt und noch eine andere Decke auf den Boden.

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Wie sollte ich ihr denn jetzt klarmachen, dass ich aufs Sofa wollte? Einfach drauflegen mach ich ja nicht, das gibt nur Ärger. Aber ich hatte eine Idee! Ich habe mich in eine Zimmerecke geklemmt, die total bescheuert war, denn der Kopf stieß an einen Heizkörper.

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Annegret wunderte sich über mich, begriff aber nichts. Dann habe ich mich woanders hingelegt, wo es noch viel blöder war, nämlich hinter ein Tischchen, wo mir von dem Lämpchen, das darauf stand, die Schnur direkt unterm Kinn herging, dass ich den Kopf gar nicht hinlegen konnte. So habe ich bestimmt eine Viertelstunde da gehangen.  

Und dann hat Annegret endlich kapiert. Und reagiert. Und hat das Sofa abgedeckt. Damit konnte die Erholung anfangen! Es war herrlich. 

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Während Annegret ein bisschen ferngesehen hat, habe ich schon von unserer ersten Wandertour geträumt. Mir war nämlich wieder eingefallen, wieviel Landschaft und Weinberge und hohe Berge es hier gibt!

 

Damit ging es auch gleich am ersten Tag los. Wir hatten übrigens total herrliches Wetter.

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Die Wetterfrösche hatten zwar etwas anderes geunkt, aber Regen hatten wir überhaupt nur an einem Tag.

Was mich ein bisschen gestört hat an unserem Programm, war, dass Annegret wieder mit dem Weinkauf anfing.

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Aber sie war ziemlich schnell erfolgreich. Sogar so erfolgreich, dass ich auf der Heimfahrt auf einer Lage Weinkartons liegen musste.

Nach ein paar Tagen kam eine schier unglaubliche Überraschung. Annegret hatte mir vorher gar nichts verraten. Wir fuhren nach dem Mittagessen nach Ribeauvillée. Und wisst ihr, wer da war ???

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Mein aller-, aller-, allerbester Freund Gino und Annegrets Bruder und ihre Schwägerin. Ich habe mich tierisch gefreut!!

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Dazu muss ich euch etwas erklären. Wir besuchen die ja schonmal öfters in Köln, und das ist immer schön. Dort gibt es nämlich ein Grundstück, das geht ganz ums Haus rum und ist ziemlich groß, und da kann ich wahnsinnig schnell rasen. Gino kann das überhaupt nicht so schnell  wie ich, der bleibt dann einfach stehen und guckt meinem Kondensstreifen hinterher. Dafür kann der viel besser schwimmen und bellen.

Und neulich, als Annegret wieder eine Kiefer-OP hatte, war ich eineinhalb Wochen in Köln. Das war Klasse! In der Familie ist nämlich immer was los! Pfarrerhaushalt und drei Kinder und Gino!

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Und  trotzdem habe ich die allesamt noch aufgemischt!

Gino habe ich zuerst nochmal beigebracht, wie man spielt. Der ist zwar nur ein Jahr älter als ich, dachte aber, er wäre schon alt. Von wegen! Wir machen auch supergerne Ringkämpfe. Und nach den Mahlzeiten „Näpfe kontrollieren“. Gino wischt meinen aus und ich seinen. Ich habe mich sauwohl gefühlt und freue mich schon, wenn ich wieder dahin darf. Leider hat Christiane verraten, als Annegret mich abholte, dass ich zum Schluss ein bisschen dominiert habe. Ich wollte das nur mal ausprobieren. Aber ganz lieb war ich trotzdem.

Jetzt aber wieder zurück nach Frankreich. Am Tag nach der Riesenüberraschung hatten wir Regen.

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Für diesen Fall hatte Annegret aber auch Programm: Auto fahren! Sie wollte in die hintersten Vogesenberge, wo sie eine Stofffabrik kennt, und dort wollte sie Stoffe kaufen (Wein hatte sie ja schon genug). Es hat wirklich pausenlos geregnet. Ich dachte schon, ich muss den ganzen Tag im Auto sitzen.

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Dann aber hatte ich Glück und Annegret Pech. Nach eineinhalb Stunden Fahrt kamen wir kurz nach Mittag an. Und was ist?

Mittagspause! Geschlossen bis 14 Uhr. Es war gerade fünf nach zwölf. Und kalt draußen. Nur 4 Grad. Annegret hatte aber warme Schuhe, eine warme Jacke und einen Schirm mit. Ich bin ja sowieso immer passend angezogen. Und so sind wir dann losmarschiert, immer bergan.

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Irgendwann auf halber Bergeshöhe kamen wir an ein Haus, wo ich gerne reingegangen wäre.

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So mache ich das zu Hause auch manchmal bei unseren Freunden Inge und Jo. Wenn ich Lust habe, stelle ich mich einfach bei denen vor die Haustüre, und Annegret klingelt dann für mich. Hier  aber hat sie mich leider weggezogen. Auf dem Rückweg habe ich´s nochmal probiert. Eine Klingel habe ich aber nicht gefunden. Also sind wir dann wieder zum Auto und zur Stofffabrik.

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Als wir Spätnachmittag wieder nach Katzenthal kamen, hörte der Regen auf.

Jetzt mal was ganz anderes: Kann ein Hund weinen ?? Ich meine jetzt nicht winseln oder jaulen, sondern ganz furchtbar traurig sein und innerlich weinen.
Ich hatte nämlich einen ganz entsetzlich traurigen Tag, das war der Samstag.
Annegret hat mich normalerweise morgens nach der ersten kleinen Runde draußen vor dem Haus gelassen. Da konnte ich schön alles überblicken und beobachten.

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Am Samstagmorgen war mir aber zusätzlich noch nach Ballspielen zu Mute. Annegret hatte meinen herrlich albernen Quietschball mitgenommen.

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Und ich Blödian denk nicht dran, dass hier alles so steil ist! Was glaubt ihr, was passiert?  Mir kullert dieser alberne Ball weg, ich komme nicht mehr dran (bin ja an der Leine!), Annegret ist auch zu spät, und da rollt der herrlichste aller Bälle bergab und in die Rinne.

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Plopp, plopp, plopp hören wir noch … und tschüss!

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Perdü! Auf immer und ewig !

Was für ein Schock!

Mein herzallerliebster Quietsch- und Lieblingsball war weg! Ich konnte und wollte es nicht glauben!

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Tagsüber habe ich das große Unglück ein bisschen vergessen, aber am Abend, als ich eigentlich Ball spielen wollte, kam die große Trauer wieder über mich. Ich habe mich aufs Sofa gelegt, aber ich konnte überhaupt nicht einschlafen. Ich konnte nicht einmal den Kopf hinlegen, so traurig war ich! Ich habe wohl eine ganze Stunde so gelegen, Kopf auf Halbmast, Augen zu, und immer nur an  „plopp, plopp, plopp … und tschüss!“ gedacht. Irgendwann sagte Annegret: „Hannes, bist du denn so traurig? Dann will ich dir einen neuen Ball kaufen. Genau so einen!“ Erst da konnte ich den Kopf runterlegen und einschlafen.

Sonst gab es keine schlimmen Zwischenfälle mehr, außer zweimal Schimpfe von Annegret, und zwar einmal, als ich mich ein bisschen in einem Hundehaufen einreiben wollte, und ein andermal, als ich einen Kuhfladen verkosten wollte, der gerade leicht überkrustet, innen aber noch schön soft war. 

 

Von unseren Wanderungen, besonders in die hohen Berge, will ich euch noch ein paar Bilder zeigen.

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Ich genieße ja so sehr schöne Aussichtspunkte! 

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Immer und immer wieder muss ich stehen bleiben und mir die Gegend ansehen und alles in mir speichern.

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Dass Annegret Fotos macht, hilft mir ja nichts, weil ich auf Bildern nix erkennen kann. Deswegen speichere ich direkt alles auf meiner Festplatte im Kopf.

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Obwohl wir dieses Mal nicht so ganz gewaltige Mammuttouren machen konnten, weil Annegret ein bisschen Fersenprobleme hatte, hat sie mich doch ganz schön müde gekriegt. Nach unseren Wanderungen bin ich sofort weggeschnarcht.

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Dass ich wieder meinen Rucksack mit hatte, habt ihr schon gesehen. Wenn ich den auf mir habe, bin ich stolz wie Oskar (damit meine ich jetzt nicht Hund Oscar in Mehlem, auch ein guter Freund von mir)! Ihr wisst ja noch, was ich da drin habe, oder? Sonst müsst ihr nochmal nachlesen in meinem Urlaubstagebuch von 2005.

Übrigens: In den hohen Bergen gibt es ja viele Kühe auf den Hochwiesen, fast alle mit Glocken um den Hals.

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Es läutet überall mit ganz vielen Tönen durcheinander. Ein paar Mal haben die Kühe aber aufgehört zu läuten, und zwar, wenn sie mich sahen.

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Die hatten wohl noch nie ´nen Hund mit Rucksack gesehen.

Sogar der Stier stierte!

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Beim Absteigen von unseren Höhen kam es wieder zu den nämlichen Problemen wie vor zwei Jahren. Das kann einen schon nerven. Annegret geht zu langsam und zu vorsichtig! Ich muss derartig ziehen und habe den Eindruck, sie bremst noch extra.

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Und das bei dem schönen trockenen Wetter, wo es gar nichts zum Ausrutschen gab. Vielleicht lag´s aber auch daran, dass sie inzwischen zwei Jahre älter geworden ist und ich zwei Jahre stärker!

Hier kommt noch ein Starfoto von mir!

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Bilder gibt es noch jede Menge vom Urlaub, aber mir fällt jetzt nichts mehr zum Schreiben bzw. Diktieren ein. Nur noch etwas von der Rückfahrt muss ich loswerden. Da hat Annegret mir echte Störche gezeigt, wovon es im Elsass viele gibt. So etwas hatte ich ja überhaupt noch nicht gesehen.

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Da habe ich aber gestiert

wie der Stier bei mir!

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So, das war´s!

Und tschüss!

Euer Hannes

 

 

 

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