Ich bin ja so stolz!

Valentinstag

Ich bin ja so stolz! Ich bin ja soooooooooo stolz !!!

Ich, Hannes Kadur, habe das Abitur !!!!!!!!!!!

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Was glaubt ihr wohl, was ich heute für einen Tag hatte! Also, als erstes natürlich Geburtstag, wie immer am Valentinstag. Immerhin bin ich jetzt 5 Jahre alt und genau 4 Jahre bei Annegret. Und einige von euch haben daran gedacht. Ich habe nämlich Post und Päckchen bekommen! Davon erzähle ich später.

Aber der Hammer dieses heutigen Tages: Ich habe ABITUR !!!

Eins vorweg, bevor ich alles der Reihe nach erzähle: Das große Abitur war nix für mich, weil ich in einem Bereich, nämlich „frei laufen“, überhaupt keine Zulassung bekommen hätte. Aber das stört ja keinen großen Geist.
Doch fürs kleine Abitur reicht´s, meinte Annegret, und hat mit der gezielten Vorbereitung schon im Herbst angefangen. Den ganzen Winter über habe ich geübt.

Zum Beispiel:
Ein Knabberstäbchen aus einem vorgebohrten Holzklotz senkrecht herausziehen. Das ist vielleicht schwierig!

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Wenn man nämlich schräg zieht, hält sich das fest. Das muss man aber erst einmal kapieren.

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Dann habe ich herausgefunden, dass die mentale Vorbereitung wichtig ist. Nicht einfach drauflos, sondern erst konzentrieren. Und dann geht´s an die Übung.
Seht ihr? So habe ich das gemacht!

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Ziemlich schwierig war auch eine andere Lektion: Aus einer Spule, die immer wegrollte, musste ich eine Knabberstange waagerecht rausziehen. Das habe ich mir auch gut erarbeitet.

Oder:
Zigarrenkistchen öffnen. Das ging so:

Annegret hat an dem Deckel eine Art Stopfen befestigt, damit ich diesen besser anheben kann. Zum Anreiz der Aktion lag ein Häpperchen in dem Kistchen.

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Glaubt bloß nicht, dass so ein schwieriges Fach in einer Woche gelernt ist! Immer und immer wieder üben!

Und immer vorweg die Mentalphase: Konzentrieren!

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Aber dann:
Heidewitzka!

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Schon fliegt das Kistchen in die Luft und das Häpperchen heraus.

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Satt wird man von so etwas nicht gerade. Eher hungrig. Aber darum ging´s ja auch nicht.
Rumalbern war auch nicht angesagt.
“Das gehört nicht in den Unterricht!” war Annegrets Meinung.

Das schwierigste Fach aber war das mit der schiefen Ebene. Ich kann euch sagen …
Also: Annegret hat ja den Hang, selbstgebasteltes Unterrichtsmaterial einzusetzen. Das Sparsamkeitsmotto ist: “Nur, was nix kostet, ist wirklich gut!”

Sie hat – weiß der Geier woher – ein Stück Abflussrohr gefunden.
Das hat sie an einem Ende mit altem Heftpflaster zugeklebt, dann ein Häpperchen reingeworfen und das Rohrstück vor mich gestellt. Ich sollte das ausleeren.

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Meine Güte, war das problematisch!
Die einzige Methode, die mir einfiel, wurde untersagt, nämlich das Teil derartig durch die Luft zu schleudern, dass der Inhalt rausfliegt.
Und so habe ich über Wochen unzählige Versuche gemacht, bis ich allmählich rausbekam, wie das mit der schiefen Ebene funktioniert.

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Natürlich vorweg die Konzentrationsphase und dann das Rohr anheben!

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Einfach nur anheben. Aber an der richtigen Seite! Und da vertut man sich leicht.

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Ja, wie ihr seht, habe ich einen nicht gerade langweiligen Winter gehabt.
Etliches habe ich auch über längere Zeit draußen lernen müssen.
Das steht alles in meinem Zeugnis.

Nun aber zu meinem Geburtstag:
Annegret musste morgens arbeiten. Am Mittag wollte sie Bescherung mit mir machen und am Nachmittag wollten wir wandern.

Die Bescherung ging so:
Alle Geschenke wurden schön aufgebaut, aber ich durfte noch nicht sofort auspacken, weil ja immer erst ein Bild gemacht werden muss. Hab´ ich kein Problem mit.

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Danach habe ich dann erst einmal alles durchgeschnuppert und betrachtet.

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Dann hat Annegret mir mein Zeugnis gezeigt und alles vorgelesen und erklärt.

Das musste ich erstmal sacken lassen.

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Und dann …
… dann durfte ich auspacken
… und Post anschauen

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… und noch mehr auspacken
und mir nehmen, was ich wollte!
Sogar mein Kumpel Oscar hatte ein Päckchen geschickt.

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Ich danke euch allen, die ihr an mich gedacht habt!!!

Dass ich am Mittag mein Leibgericht bekam, ist ja wohl klar: Nudeln mit schierem Putenfleisch. Hhhhhhhhhhmmmmmm!

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Und dann ging´s an das große, komische Geschenk.

Annegret hatte für mich zum Geburtstag und als Belohnung fürs Abitur noch eine Art Werkzeugkasten oder sagen wir lieber Baukasten oder … ich weiß auch nicht, wie ich das beschreiben soll.

Selbstgebastelt sah das nicht gerade aus. Und auch nicht kostenlos.
Also: Auf einer Holzplatte stehen kleine Becher aus Holz, aber nicht nur so lose, sondern umgedreht und versenkt.
Da ist Futter drin. Annegret hat´s mir gezeigt und sagte: “Jetzt zeig mal, was du drauf hast!”

Wisst ihr was? Ich hab´s nicht begriffen!

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Ich habe einfach nicht begriffen, wie ich da dran kommen sollte. Also habe ich wild mit den Pfoten drinrum gescharrt.
Peng! Ermahnung!

Dann hatte ich ´ne andere Idee: Ignorieren!

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Peng! Noch ´ne Ermahnung!
Und auf einmal fällt mir die Lektion mit dem Zigarrenkistchen ein:
Anheben! Einfach nur anheben!

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“Geht doch!” sagte Annegret. “Du hast doch Abitur!”

Ja, ich habe Abitur, wenn auch nur das kleine.

Aber ich denke, das reicht,

oder?

Ein Gedanke zu „Ich bin ja so stolz!

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