Urlaubspost Juli 2010

28. Juli 2010

Meine lieben Newsletter-Fans,

seid ihr schon in den Urlaub gestartet? Oder habt ihr das noch vor euch? Wir jedenfalls haben unseren großen, langen, herrlichen Urlaub hinter uns. Sogar und leider schon seit ein paar Wochen. Ich wollte euch eigentlich sofort schreiben, aber manchmal ist Annegret ein echter Klotz am Bein. Inzwischen haben aber einige von euch, die wussten, dass wir weg waren, nachgefragt, wann ich denn endlich was erzähle. Okay, jetzt ist es soweit. Allerdings gibt es kein ganzes Urlaubstagebuch, sondern nur einen kurzen Bericht. Mehr darf ich nicht, hat Annegret gesagt. „Du willst immer viel zu viel erzählen“, meint sie, „das interessiert keine Sau und macht mir am Computer viel Arbeit!“

Ist es denn zu glauben? Knapp drei Wochen waren wir weg – und ich soll mich kurz fassen?

Gut, ich fange sofort damit an und höre bestimmt so schnell nicht wieder auf.

Wir starten an einem Montag, aber erst am Mittag, weil Annegret noch so viel zu tun hat. Unterwegs erst mal Streetview:

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Ich habe keine Ahnung, wo es hin geht. Vielleicht kommt etwas Bekanntes, vielleicht etwas Neues. Ich lasse mich überraschen. Das Wetter wird unterwegs immer schlechter, es regnet ohne Unterlass und ist erbärmlich kalt.

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Als wir am Ziel ankommen und aussteigen, ist es nur noch 8 Grad, und das am 31. Mai!

Aber die erste angenehme Überraschung kommt schon in dem riesengroßen Ferienhaus, das Annegret ausgesucht hat:

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Ein wunderbarer Speckstein-Kaminofen. Hier ist es so gemütlich, dass ich nach gar keinem Sessel frage, sondern mich sofort auf mein Nerzbett lege.

Ach so, ich habe euch ja noch gar nicht gesagt, wo wir gelandet sind.

In der Rhön! Die ist schön! Das habe ich ganz schnell gemerkt.

Allein schon unsere Terrasse mit dem herrlichen Grundstück und weitem Blick gefiel mir so gut!

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Morgens musste ich erstmal Morgenluft und Morgenduft schnuppern.

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Und dann die Landschaft: Wanderland pur! Überall die herrlichsten Ausblicke, überall das allerfrischeste Wasser am Wegesrand oder in Brunnen. Es ging mir wie vor zwei Jahren im Allgäu. Da habe ich mich ja auch zu einem richtigen Säufer entwickelt, weil das Naturwasser so viel besser schmeckte als Leitungswasser.
Annegret hat sich gleich am ersten Tag ein Wanderliederbuch für die Hosentasche gekauft.

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Aber meistens hatte sie das nicht in der Hosentasche, sondern in der Hand, und ich bekam dann gesungen: „Wenn alle Brünnlein fließen, so muss man trinken!“ 

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Bei einer unserer ersten Touren kam eine Schafherde auf uns zu.
„O je“, sagte Annegret, „wie sollen wir denn da dran vorbeikommen?“

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Außerdem gehörten zwei Hunde zur Herde. Aber wir mussten hier weiter, weil es unsere Strecke war. Der Schafhirte ließ in einem ganz komischen Kauderwelsch laut knallende Kommandos an seine Hunde los. Wahrscheinlich sollten diese die Schafe gefahrlos an uns vorbei bugsieren. Aber wisst ihr, was dann passiert ist? Die Hunde haben überhaupt kein bisschen pariert, sondern kamen zu mir und wollten mich kennenlernen!

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Und dann kamen auch alle Schafe auf uns zu! O Hilfe! Der Hirte war außer sich vor Wut und hat ganz laut „Sapperlot!“ gebrüllt. Da erst gingen alle Schafe und Hunde weiter. Das war vielleicht ein Ding!

Bei den herrlichen Blumenwiesen bekam ich wieder die größte Lust, mich zu wälzen.

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Ich sage euch: Das erhöht jeden Genuss!

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Annegret meint, dass man sich in Naturschutzgebieten nicht in die Blumen schmeißen sollte.

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Wieso eigentlich nicht? Ich bin doch selber Natur!!

Wahrscheinlich beneidet sie mich sogar, denn sie ist von den Milliarden Wildblumen auch total begeistert.
Mehr Blühen geht einfach nicht.

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Annegret hat unsere Wanderleistung jeden Tag ein bisschen gesteigert. Es gab so unglaublich viele herrliche Strecken, dass man gar nicht wusste, wo man anfangen und aufhören sollte.

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Bei einer Tour trotte ich so schön gedankenverloren vor mich hin, als Annegret mich auf einmal erschreckt und brüllt: „Stop! Rechts vor links!“

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Oh Mann.

Zu saufen gab es nach wie vor reichlich. Glaubt bloß nicht, dass ich auch nur eine einzige Möglichkeit ausgelassen habe.

Mir kam alles gelegen, ob See

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oder Bach

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oder Bottich.

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Das Wetter wurde übrigens immer wärmer. Nach einer Woche war es richtig heiß. Natürlich wurde der Kaminofen abends nicht mehr angemacht, also wurde es allmählich Zeit für eine Sesseleroberung. Gut, dass Annegret immer die haardichte Decke mit hat. So richtig erlaubt war das nämlich gar nicht im Ferienhaus, aber durch die Decke geht nix durch. Auch kein Hanneshaar. Und ich kann super relaxen.

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Dann kam eine ganz besonders schöne Wanderung. Die war so was von schön, und zwar im Naturschutzgebiet „Rotes Moor“. Den Moorsee hätte ich gar nicht gesehen, weil er so hoch eingezäunt war. Aber Annegret hat mir gesagt, dass ich auf eine Bank klettern soll, damit ich größer werde.

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Tatsächlich. Ein wunderbarer ganz ruhiger, einsamer See.

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Und danach wurde es noch viel schöner.

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Annegret erklärte mir, dass wir jetzt durch einen einzigartigen Karpatenbirkenwald gehen und ich auf keinsten Fall vom Laufsteg runter darf.

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Ganz lange sind wir so in der Morgenfrühe gegangen. Kein Mensch und kein Hund sind uns begegnet. Nur Vogelgezwitscher konnte man hören.

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Also ehrlich, ein ganz klein bisschen gerne hätte ich mich hier schon in den Heidelbeersträuchern gewälzt …

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Wenn wir dann nachmittags wieder an unserem Haus waren, war es hier auch wieder so schön!
Meistens habe ich mal eben ein Nickerchen gemacht.

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Und abends … ob ihr´s glaubt oder nicht, abends bin ich gerne eine Stunde raus zum Fernsehen gegangen!

 

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Manchmal konnte man die Gleitschirmer sehen und einmal einen Ballon, der gerade landete.

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Übrigens haben wir die Schafherde noch einmal getroffen. Aber ohne Hirte und Hunde. Die Schafe waren einfach am Waldrand „geparkt“.

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Ich glaube sogar, die haben mich wieder erkannt.

Das Saufen bei unseren Wanderungen nahm kein Ende.

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Irgendwann sagte Annegret zu mir: „Pass auf, dass du nicht mal eines Tages wie ein Wasserfass aussiehst!“

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Keine Sorge! Ich brauche nur genug Munition für meine Spritzpistole!

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Aber Feststoffe gab es auch immer bei unseren herrlichen Picknickpausen!

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Annegret teilt alles mit mir, auch den selbstgemachten Nudelsalat und das Schnitzel.

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Soll ich euch noch ein paar Ulkigkeiten zeigen?

Schaut euch mal diesen Jägersitz an! Der hat einen Rüssel aus einer Mülltonne! Habt ihr schonmal so etwas Komisches gesehen?

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Ein anderer kam aus dem Supermarkt!

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Oder dieses Schild:

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„Vorsicht! Schafherde
Hunde fernhalten!“

So ein Blödsinn!
Wenn ich komme, muss man die Schafe fernhalten. Das haben wir ja erlebt.
Aber hier war weit und breit keine Schafherde zu sehen.

Unsere letzte Wanderung war sehr lang: 20 Kilometer. Aber Wetter und Kondition stimmten, und so sind wir zeitig am Morgen losgefahren bis zu dem Wanderparkplatz, den Annegret ausgesucht hatte. Wanderung im Dreiländereck Bayern, Hessen, Thüringen.

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Nach kurzer Zeit kam eine Informationsstelle, die zeigte, wie hier früher die DDR-Grenze mit Todesstreifen ausgesehen hat.
Annegret ist furchtbar traurig geworden, das habe ich genau gemerkt, obwohl ich das alles nicht richtig verstanden habe.

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„Hannes“, schniefte sie, „ich kann überhaupt nicht mehr singen, auch nicht hier die Strophe von dem Rhönlied .“

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Zum Glück war die Landschaft so wunderschön, dass sie Annegret ein bisschen abgelenkt hat. Nach über zwei Stunden kamen wir zum „Eisenacher Haus“.

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Kurz entschlossen sind wir eingekehrt. Ich hatte Durst, denn zum ersten Mal gab es auf der Strecke fast kein Wasser, weil wir auf einer großen Hochfläche waren. Im 3-Sterne-Restaurant wurde ich zuerst bedient, obwohl ich gar nichts bestellt hatte: Eine große Schale frisches Wasser! Und Annegret bekam auch was Leckeres.

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Die Fressalien aus dem Rucksack können warten. Wir kriegen bestimmt bei der weiten Tour noch einmal Hunger.

Nach langen sechseinhalb Stunden sind wir wieder am Auto, und im selben Moment setzt ein scheußlicher Regen ein. Mann, haben wir da Glück gehabt.

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Als zwei Tage später unser Urlaub zu Ende war, wollten wir beide nicht heim. Wir waren so niedergeschlagen wie dieser Holzmann hier. 

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„Hannes“, sagte Annegret, „wir fahren jetzt zwischendurch mal nach Hause, aber hier kommen wir wieder hin!“

Unseren Rückfahrtag bei herrlichem Wetter haben wir endlos in die Länge gezogen. Wir waren mal gerade eine Stunde gefahren, als Annegret eine schöne Kapelle auf einem Berg sieht. „Komm“, sagt sie, „da müssen wir jetzt mal ganz lange hingehen“.

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Das haben wir auch gemacht, immer noch ´ne Schleife dazu und hinten rum und im großen Bogen zurück, eineinhalb Stunden.

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Aber irgendwann waren wir dann doch wieder zu Hause.

So, das war mein ganz kurzer Bericht von unserem ganz kurzen Schön-Rhön-Urlaub.

Tschüss bis zum nächsten Mal

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Euer

Hannes

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