Hummelstress in Goslar

Meine Güte, was habe ich noch viel von unserem Urlaub zu erzählen! Vorige Woche habe ich erst nur einen Anfang gemacht.

Es ist alles so schön hier, wenn nur die blöden Hummeln nicht wären. Die regen mich ja sowas von auf!

Hier, an diesen Betonsteinen ist das Nest.

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Schon morgens früh stehe ich auf der Lauer. Wenn ich das Brummeln von Hummeln schon höre! Kaum kommt eine, schnapp ich sie mir mal eben aus der Luft.

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Dann zerklappere ich sie ganz schnell mit den Zähnen und schmeiß sie auf den Boden.

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Okay, die hätte ich gekillt.

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Dieses war der erste Streich.

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Annegret schimpft aus dem Hintergrund.

„Komm, Hannes, wir wollen lieber was stadtwandern, dann kommste auf andere Gedanken.“
O ja, schon flitze ich los und warte am Törchen.

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Es gibt ja so viel anzusehen in Goslar, da wird man gar nicht fertig.

Das hier ist die Kaiserpfalz

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und das ein Sandkasten für Schildkröten

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und das ist der dicke grüne Bismarck, sagt Annegret,

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und das ist eine Stadtrundfahrt

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und das sind die Alten

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und das ist die alte Rechtschreibung

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und das bin ich,

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auf dem Heimweg.

Meistens teilen wir den Tag in Kultur und Natur.

Vom Harz selber hält Annegret gar nix. „Viel zu waldig“, sagt sie, „genauso habe ich mir das vorgestellt. Das brauche ich nicht. Wir machen nur, was fußläufig zu erreichen ist.“ Das ist zum Glück nicht wenig.

Zum Beispiel unsere Tour zum Granestausee.

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 Am Abend wieder ein kleiner Hummel-Nahkampf.

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Mist, da ist mir eine entwischt.

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Aber wenn´s danach dunkel und ruhig ist, dann kommen meine heißgeliebten Dämmerstündchen. Die gehen manchmal bis Mitternacht.
Annegret sitzt dann auf der Terrasse und liest

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und ich denke mir Nachtgeschichten aus.

Hänsel und Gretel verirrten sich im Wald

Manno, da ist uns was Blödes passiert. Also, das mit den Wanderwegen und -markierungen ist hier ein Problem. Behauptet Annegret jedenfalls. Noch nirgendwo hat sie so schlechte Wandervorschläge und Wegmarkierungen angetroffen. Da müssen wir halt auf eigene Faust los, meistens mit Karte, aber auch mal ohne. Wir sind einfach los und Richtung Steinberg im Wald hochgestiegen. Und der Weg fing so schön an.

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Dann sind wir auf einen Pfad abgebogen. Der wurde dann leider immer enger und war auf einmal nicht mehr da.

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„O Mist,“ sagt Annegret, „hier kommen wir nicht weiter. Wir müssen zurück.“ Das haben wir auch versucht, aber auf dem Rückweg war der Pfad, den wir gekommen sind, auch auf einmal futsch. Ich hatte plötzlich Schiss, weil ich Wildschweine gewittert hatte. Annegret riecht sowas natürlich nicht. Aber ich melde es ihr. Wenn ich mich nicht mehr traue, vor ihr zu gehen, sondern mich direkt hinter ihr befinde, sozusagen mit Schnauze an Kniekehle, dann weiß sie, dass Gefahr in der Nähe ist. In unserer neuen Richtung sah´s aber auch bald total dicht aus.

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Nur noch Gestrüpps und Dornenranken. „Okay, Hannes, dann muss ich jetzt das Buschmesser rausholen und ganz laut mit dir reden, damit uns alle Tiere hören und auch Schiss kriegen.“ Das hat geholfen.

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Irgendwann haben wir den Aussichtsturm auf dem Steinberg gefunden.

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Leider sind die Bäume im Laufe der Jahre hier sehr hoch gewachsen, aber der Turm kein bisschen.
Deshalb hatten wir nur eine Mini-Aussicht.

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Der Rückweg brachte noch einen Zwischenfall, für Annegret. Sie wollte sich auf einer Bank niederlassen und was trinken.

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Auf einmal ein Schrei: „Aaaaaaaaaaa, Ameisen!!!“

Und schon schleudert sie Hose und Sandalen hoch durch die Luft, denn die Ameisen hatten sie schon überfallen.

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 Als sie sich vom Schreck erholt hat, muss sie lachen, weil ihr ein Witzchen einfällt.

„So schnell kriegt mich hier keiner mehr hoch“ sprach der müde Wanderer und setzte sich auf einen Ameisenhaufen.


Ralsog-Wandern 

„O Hannes, mich zieht diese Stadt ja sooo an! Das ist wie ein Sog. Goslar rückwärts heißt Ralsog. Komm, wir stadtwandern wieder.“

Diesmal finden wir eine spezielle Hundestraße

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und den Kaiserstuhl

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und gehen eine ganze Stunde im Grünen,

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obwohl wir eigentlich

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ziemlich

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deutlich

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mitten in der Stadt sind.  

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Wieder zurück in unserem Garten, schmeiß ich mich gleich auf meinen faulen Pelz.

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Das ist Genussurlaub pur.

Ach so, ich wollte euch noch eben den Garten von unseren Vermietern zeigen.
Das ist nämlich ein Tiergarten!

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Himmelfahrtsschreck – Hannes ist weg!

Das dachte Annegret jedenfalls. Zweimal. Dabei habe ich sie nur ein bisschen angeschmiert.
Heute hat Annegret erst ´ne kleine Runde mit mir gemacht und danach erst gefrühstückt. Ich war inzwischen im Hummel- und Genuss-Garten. Irgendwann kommt Annegret auch raus und will noch ein paar Bildchen von mir machen. Aber – o Schreck! Das Törchen ist offen und der Hanneshund weg!

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Annegret ist zu Tode erschrocken. Das kennt sie ja aus meiner Jugend. Da bin ich ständig abgehauen, um die Welt zu erkunden.
Aber jetzt?

Ich hatte gesehen, dass das Törchen offenstand und mich nur ein bisschen auf die Treppe gesetzt, weil man von da aus so gut unten die Straße sehen kann.

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Als Annegret mich entdeckt, ist sie über alle Maßen erleichtert, umarmt mich und sagt: „Hannes, du gutes Tier, wie schön, dass du noch da bist!“

Danach geht´s in die Natur. Annegret möchte mit mir ein bisschen wandern gehen. „Ich hoffe nur“, sagt sie, „dass heute am Himmelfahrtstag nicht zu viele Blöde im Grünen sind.“

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Aber es hält sich in Grenzen. Wir begegnen ein paar zweibeinigen Bierdosenhaltern, die sogar singen, aber sonst ist es schön und ruhig unterwegs. 

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Am frühen Abend trifft Annegret noch einmal der Schlag. Ich bin wieder weg, meint sie. Dabei ist das Törchen diesmal richtig zu. Ich höre, wie sie ruft und pfeift, halte aber ganz still, bis sie mich gefunden hat.

Hinter dem Gerätehäuschen habe ich eine Stelle gefunden, von der aus ich die Straße beobachten und mich gleichzeitig verstecken kann.

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Zu Fuß nach Norwegen

„So,“ sagt Annegret, „heute laufen wir mal ein bisschen weiter. Wir marschieren nach Norwegen und gucken uns eine Stabkirche an.“
Norwegen ist natürlich viel zu weit für zu Fuß, aber Annegret war da früher öfters und hat sich Stabkirchen angesehen. Aber hier bei uns in Goslar gibt´s auch ´ne Stabkirche, so 8 km entfernt. Und da wollen wir heute hin.

Unterwegs sehen wir viele Sauereien von den zweibeinigen Bierdosenhaltern, die gestern lieber mal Himmelfahrt statt Vatertag hätten feiern sollen.

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Die Nudeln interessieren mich allerdings mächtig. Ich hätte so gerne mal wieder Nudeln und nicht diese blöden Diätknösel.

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Unterwegs sehen wir wieder den Granestausee,

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aber sonst sind die 2 Stunden Hinwandern genauso öde, wie man sich das im Harzwald denken kann.

Einfach trotten.

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Leider ist genau auf dem Weg null Schatten, sondern gewaltig warme Sonne. Deswegen bin ich froh, als wir endlich an den Granebach kommen. Das ist der, der der Talsperre das Wasser bringt.

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Und dann endlich der Ort Hahnenklee. Das erste Haus, das wir sehen, ist eine Pension.

„O Hannes, lies selbst“, sagt Annegret, „soll ich dich hier mal anmelden? Hier gibt es jede Art von Diät! Gewiss auch für deine Leber“.

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Sehr witzig.

Über die Stabkirche hat Annegret sich mehr gefreut als ich. Ich durfte überhaupt nicht mit rein. Das ist doch immer wieder dasselbe, dass ich nicht in fremde Kirchen darf! Dabei bin ich doch ein Kirchenhund! Das ist doch Annegrets mein Beruf!

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Auf einmal kommt noch so ein albernes Hundemädchen angesprungen. Da konnte ich aber nix mit anfangen.

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Glockenspielereien

Wenn ich euch langweile, müsst ihr den Computer ausmachen. Aber ich wollte gerne noch was von Goslar erzählen. Wir waren nämlich wieder stadtwandern. Annegret wollte sich gerne am Marktplatz das berühmte Glockenspiel ansehen und mir das auch zeigen.
Auf dem Hinweg:
Egal, welche Straßen man geht, man sieht überall die tollen alten Fachwerkhäuser.

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Zuerst geht Annegret mit mir auf die Rathaustreppe und zeigt mir, was gleich abgeht.

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„Da oben an dem Haus“, sagt Annegret, „da kommen gleich Vögelchen oder Männekes raus!“

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Es stehen schon ziemlich viele Leute rum.

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Und um 6 Uhr geht´s los.

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Na ja, für Hunde ist das nicht der ganz große Brüller.

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Aber ich weiß mir gut die Zeit zu vertreiben.

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Hänschen im Blaubeerwald

Ich hab´s geahnt, dass der Urlaub ein Ende hat, ich habe es geahnt! Annegret sagt, dass unser letzter Tag angebrochen ist und wir morgen wieder fahren müssen. Aber vorher geht´s nochmal in die Heidelbeeren. Sie möchte ganz viele pflücken, die dann meine Oma als Mitbringsel bekommt. Die kann nämlich die weltbesten Blaubeerpfannekuchen backen.

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Irgendwie muss ich mir jetzt ein bisschen die Zeit vertreiben.

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   Ich spiele Hänneschen im Blaubeerwald.

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Abgrundtieftodtraurig

Ich kann euch überhaupt nicht sagen, wie sehr ich leide, wenn ein Urlaub fertig ist.
Warum muss Annegret auch immer so schöne Orte raussuchen? Sonst wäre es ja nicht gerade so schlimm.

Längst hat sie alles im Auto verstaut und die Haustüre schon verschlossen.

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Ich kann mich einfach nicht lösen.
Ich bin ein richtiges Häufchen Elend.

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Es macht mich depressiv. Aber ich muss ja mit.

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Dabei hat Annegret extra schlechtes Wetter ausgesucht, damit der Abschied ein bisschen leichter wird. Aber mich kann man mit nichts aufmuntern.

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Kurz vor Zuhause machen wir noch ´ne kleine Pause, damit ich mich wieder etwas fange.

„Wir haben´s doch auch so schön hier, Hannes!

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Guck doch mal, wie fröhlich die Ahr in den Rhein schwimmt.“

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Eigentlich hat Annegret ja Recht.

Deswegen schmeckt mir jetzt auch das Gras wieder.

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So, jetzt bin ich fertig mit Erzählen.
Und ihr seid endlich fertig mit Lesen.

Ein Gedanke zu „Hummelstress in Goslar

  1. Clara

    Lieber Hannes, das mit den Hummeln kann ich gut verstehen, geht mir genauso, bei uns blüht zur Zeit der Klee auf dem Rasen (wenn Frauchen nicht oft genug mäht), da könnte ich stundenlang Hummeln jagen, wenn sie mich denn ließe …. Aber einenn schönen Urlaub hattet Ihr, das freut mich! Weiterhin gute Besserung für Dich und hoffentlich gibt es bald wieder anständiges Futter für Dich! Herzlichen Gruß Clara

    Antworten

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