Heute oder nie!

„Der Berg ruft!“ hatte Annegret gestern ja gesagt und den Grünten damit gemeint.

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Und von dieser Tour will ich euch erzählen.


Dienstag, 18. September:

Schon lange hat Annegret Wanderbücher und -karten gewälzt und bebrütet, aber immer nur Touren zwischen 6 und 8 Stunden reiner Wanderzeit für den Grünten gefunden, mit alpinem Niveau. „Dat is nix für mich Hasenfuß“, findet sie. Die Bergbahn zu nehmen, ist allerdings total unter unserer Würde.

Endlich hat sie eine komfortable Lösung gefunden: „Wir gehen den Berg von hinten an!“

Dafür müssen wir erstmal hintenrum fahren.

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Wir starten in Kammeregg.

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Zunächst mal steigen wir über Wiesengelände,

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haben das Ziel in der Ferne aber permanent im Blick.

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Die Sonne gibt schon richtig Gas. Annegret klemmt sich immer ein Sonnenschirmchen an den Kopf, weil sie so empfindlich ist.

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„Demnächst brauch ich noch ´ne Burka“, sagt sie.

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Zum Glück gibt´s Wasser für mich.

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„Grüne Grüntenbrühe“, sagt Annegret.

Wir steigen und steigen. Es ist manchmal unglaublich steil, obwohl wir uns für den Asphaltweg entschieden haben.

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Unser Ziel rückt zum Glück immer näher, aber es ist so warm!

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Beim Zurücksehen meint Annegret, eine leichte Erdkrümmung am Horizont erkennen zu können, so viel weite Welt liegt unter uns.

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Weiter.

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Endlich, endlich sind wir an der Grüntenhütte.

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Alle Leute, die sich auch hier hoch quälen, driften erstmal zur Terrasse ab, um sich zu stärken.

„Und wir geben uns jetzt ans Klettern, wenn wir die Wegsperre geschafft haben“, sagt Annegret.

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„Wahrscheinlich kann man auf den Fotos wieder überhaupt nicht erkennen, wie steil der Gipfel ist!“

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„Und von komfortabel kann überhaupt nicht die Rede sein!“
Dabei sinkt ihr der Mut, als sie auf den Zickzackwegen oben die Menschen kraxeln sieht. „Dat is nix für mich“, wiederholt sie sich. „Und dazu immer noch dich Tier an der Leine!“

Aber es ist andersrum. Ich habe Annegret ja immer hinten am Strick hängen!

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Aber was tut man nicht alles für ein solches Panorama!

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Es fängt an, richtig atemberaubend zu werden.

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Der Pfad besteht nur noch aus Fels oder Geröll.

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Leider haben viel zu viel Menschen heute die Idee gehabt, hierauf zu wollen. Ständig muss man versuchen, aneinander vorbei zu kommen.

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Während Annegrets Kamera in getrocknete Kuhfladen gerollt ist,

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muss ich mal eben verschnaufen.

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Meine Güte, das ist wirklich der Hammer hier oben!

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Aber uns fehlt noch das letzte Stück.

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Als Annegret allerdings beim Jägerdenkmal die vielen Leute sieht, sagt sie: „Nee, Hannes, nicht mit uns! Sollen wir da um einen Stehplatz kämpfen?

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Wir suchen uns jetzt ein ganz schönes Plätzchen abseits von der Piste und genießen unser Picknick und die Bergwelt.“

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So eine gute Idee!
Ich fange schonmal mit Genießen an,

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während Annegret mir den grünen Tisch deckt.

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Sie hat Leberwurstbütterchen für mich gemacht und Wasser für mich mitgenommen und das alles bis hierher geschleppt!

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Was glaubt ihr, wie mir das geschmeckt hat!

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Danach wieder ein bisschen genießen…

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Waaas? Fahrradfahrer hier ???

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Bei denen piept´s wohl!
Felsen hoch fahren!

Als wir dann unseren Rückweg antreten, bin ich sowas von gut drauf!

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Und prompt passiert was Blödes:

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Dä!

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Tappe ich Blödian doch in die einzige Modderstelle, die es auf dem ganzen Grünten gibt!

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Das ist mir ziemlich fies am Fuß.

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Deswegen fackel ich an der nächsten Tankstelle auch nicht lange

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und wasche mir freiwillig gründlich alle Füße!

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Und so geht´s frisch bis zum Auto.

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So, das war unsere Grüntentour!

Am Spätnachmittag meinte Annegret, wir sollten uns ein bisschen locker halten und noch ´ne kleine Runde gehen. Kamera mitnehmen, – vielleicht sehen wir ja endlich mal meinen Freund Aki. Aber als wir an seinem Haus vorbeikommen, treffen wir nur seinen Menschenpapa. Und als wir nach Aki fragen, sagt er ganz traurig, dass der Aki gestorben ist. Er war ganz, ganz doll krank geworden, dass er nicht mehr leben konnte.

Wir waren doch gleich alt! Und mir geht es noch so gut! Und wir wollten uns doch treffen!
„Ja,“ sagt Annegret, „dann ist der gute Aki jetzt gewiss im Hundehimmel. Bestimmt siehst du ihn da mal wieder!“

Als wir nachher durch den Wald gingen, fand Annegret noch was zum Fotografieren (und zum Mitnehmen):

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Und beim Weitergehen sagt sie auf einmal: „Was ist denn das??“

Eine Krippe mit der heiligen Familie mitten im Wald???

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Mit einem Jesuskieselkrippenkind!“

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Mittwoch, 19. September:

Heute haben wir einen von oben verordneten Ruhetag!

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Es regnet.

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Von der Morgenrunde werde ich ziemlich nass.

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 Von der Nachmittagsrunde auch.

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So kann man sich auch erholen, zumal Annegret meinen Quadratmeter Ikea-Wiese von zu Hause mitgenommen hat.

Ich melde mich bestimmt nochmal aus dem Allgäu.
Wir bleiben nämlich noch ´ne ganze Woche.

 

 

 

 

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