Annegret gibt auf!

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Ich habe euch noch gar nicht alles aus dem Allgäu erzählt. Leider hatte ich noch ganz, ganz großen Kummer, weil Annegret mir meine Königsetappe vermasselt hat.

Aber lasst mich mal eben alles in die richtige Reihenfolge bringen nach dem ätzenden Regentag.

 

Donnerstag, 20. September:

Wetter gut?

Ich springe gleich früh auf den Balkon.

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Super! Der Regen war in den Bergen Schnee und hat alles noch schöner gemacht!

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Annegret schnappt sich die Kamera für die Vorfrühstücksrunde. „Schöner geht´s nicht“, meint sie und entdeckt zusätzlich noch die herrlichsten Tautröpfchenspinnweben.

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Und Altstädten wieder so schön!

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Es kommen aber noch mehr Spinnweben.

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„Sag mal, Hannes, kannst du die eigentlich sehen?“

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Klar kann ich das! Ich stupfe extra mit meiner Nase dran und – peng! trenne ich ein Viertel raus. Wollte ich allerdings nicht.

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Aber dann machen wir uns fertig für den „Wallraffweg“. Den wollen wir nämlich heute gehen bis Oberstdorf.

Davon zeige ich euch jetzt mal allerlei Bilder.

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Annegret ist vollkommen natur-verzückt und singt immerfort:

„Vom Tau die Gräser blinken, im Wald die Quelle quillt,
daraus die Tiere trinken, die Vögel und das Wild.
Die Vögel in den Zweigen lobsingen ihm in Ruh,
und alle Früchte neigen ihm ihre Früchte zu..“

Und dazu macht sie diese Bildergeschichte:

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„Verstehst du überhaupt, was ich singe?“ fragt Annegret mich.
Und ob!

Ich bin inzwischen ganz landschafts-verzückt, nur singen kann ich nicht.
Aber betrachten und genießen!

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Auch Gleitschrimchen segeln hier rum.

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„Und den Besler da, den machen wir morgen!“ sagt Annegret.

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Irgendwann sind wir dann in Oberstdorf

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und ganz, ganz irgendwann auch wieder am Auto.

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Uff!

Als wir zurück sind im Ferienhaus, sehe ich sofort, dass Frau Vögel im Flur neu dekoriert hat.

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Aber mein Lieblingsschäfchen ist noch da!

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Das riecht ganz echt, lebt aber nicht.

 

Freitag, 21. September:

So, heute geht´s wieder zur Sache. Der Besler ruft!

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Für den Anstieg werden 2 Stunden veranschlagt. Erstmal nur im Wald.

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Die Sache ist etwas schleppend mit Annegret im Schlepptau.

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Immer muss ich kurz warten. Der steinige Pfad ist feucht und ziemlich rutschig. „Runter käme ich hier nie und nimmer“, höre ich Annegret.

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Na, wat is?

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Ach, sie hat mal wieder Enzian entdeckt!

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Weil ich immer vorneweg gehe, kann ich auch als Erster um die Ecke gucken.

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Boah, sind wir schon schön gekraxelt!

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Es wird dann ein bisschen heikel (für Annegret), als die ersten Stahlseile zum Festhalten kommen.“Ui“, meint Annegret, „das fängt ja gut an!“

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Und dann kommen wir an eine Art Sattel. Hier können uns auf einmal alle Berge sehen!
Wir erkennen Klein-Oberstdorf mit den Skischanzen

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und die Gottesackerwände

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und unser Ziel! Annegret sieht ganz winzig klein mehrere Personen am Gipfelkreuz. „Mir wird schlecht!“ sagt sie. Ich kann nichts erkennen.

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Weiter! Ich habe nur schon wieder solchen Durst!

Aaaah, hier sind Tröge!

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„Komm“, sagt Annegret, „wir machen hier ein Päuschen. Mal eben Kraft tanken!“

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Weiter!

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In großen Serpentinen geht´s rauf. Schon wieder ´ne Seilschaft.

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Für mich wird´s allmählich richtig interessant.

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Das ist mein Gelände! Annegret hatte mich vor 2 Jahren ja schon „Gamsboy“ genannt.

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Ich würde hier jetzt gerne mal ein Stündchen rumspringen!
Aber genau an dieser Stelle trifft mich Annegrets Botschaft wie eine Keule!

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„Hannes, bis hierher und nicht weiter!“

Waaaaaas???? Ist sie jetzt von allen guten Geistern verlassen? Wieso denn nicht weiter?

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„Wir rennen vor die Felsnase! Ich sterbe vor Angst, wenn ich da klettern soll!“
 Spricht´s und dreht sich auf dem Wanderschuhabsatz um!

Ich verzweifle. Ich stemme mich wie ein ausgewachsener Ziegenbock gegen Annegrets Richtung. Aber es ist zwecklos. Die ganze Tour vermasselt! Der allerschönste Traum zerplatzt!

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Das Wasser schmeckt mir nicht mehr
und mein Verstecken im Heuschober bringt auch nix.

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Annegret legt eine Picknickpause ein, aber auch die finde ich doof. Mir ist der Appetit vergangen.

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Beim Abstieg kann sie plötzlich den rutschigen Pfad bewältigen, wenn auch langsam.
Auf einmal tut sie mir Leid und dann werde ich ganz rücksichtsvoll.

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Ich schalte in den 1. Gang zurück und warte an jeder Serpentine, bis sie auch um die Kurve getrippelt ist.

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So kommen wir zum Auto zurück. Wir fahren dann noch ein Stück die Riedbergpassstraße hoch und können von dort das ganze Gelände gut sehen.

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Schade, schade, schade.

Samstag, 22. September:

Regen pur! Wir hören´s schon beim Aufwachen.
„Wieso klatscht denn der Regen so ohrenbetäubend laut heute?“ fragt Annegret.

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Ach so, weil die Dachrinne sich auf die faule Haut gelegt hat!

Ich werde bei der Morgenrunde scheußlich nass.

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Annegret fährt nach Sonthofen einkaufen. Sie kommt mit zwei Neuigkeiten zurück. „Hannes, weißt du, wen ich in Sonthofen gesehen habe? Die 85-jährige Oma, die wir auf der Wanderung getroffen haben. Die donnerte mit ihrem Rad durch die Fußgängerzone.“

Das finde ich weniger interessant als dieses hier:

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Annegret hat für mich Schweineherzen gekauft.
„Weil du gestern so unter mir leiden musstest und trotzdem so lieb zu mir warst!“

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Am Nachmittag regnet´s immer noch

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und ich werde wieder pitschenass.

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Ach so, was ich noch sagen wollte: Annegret hat zwar meine Zahnbürste mit in Urlaub genommen, aber sie vergisst abends immer, mir die Zähne zu putzen. Dann setze ich mich ganz auffällig in die Badezimmertüre, bis sie schaltet.

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Na, geht doch!

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Das ist übrigens immer noch meine erste Zahnbürste. „Na und?“ sagt Annegret, „du hast ja auch noch die ersten Zähne!“

Sonntag, 23. September:

Schnell mal nach dem Wetter sehen:
O super!

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Die Kinder werden gerade schon auf die Weide gebracht!

Heute gehen wir wieder eine große Runde von Beilenberg aus.

Ich entdecke und zeige Annegret einen Berg, den sie ganz bestimmt schaffen kann! Haha!

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Mittwoch, 26. September:

Wir haben noch ein paar ganz schöne Tage gehabt.

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Leider hat Annegret gestern wieder gepackt und schon fast alles ins Auto geladen. Ich werde dann immer so traurig und möchte überhaupt nicht weg. Außerdem hasse ich diese furchtbar lange Fahrt.

„Ach was!“ sagt Annegret, “ wir machen heute keine furchtbar lange Fahrt, sondern 2 kurze.“

Das verstehe ich nicht. Erst am Mittag.

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„Guck mal raus, Hannes, wir fahren jetzt ein bisschen Familie besuchen!“

Aber in der Abfahrt von Deutschlands Stauhauptstadt ist der totale Stillstand.

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Aber endlich sind wir doch am Zwischenziel

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und gehen gaaanz lange und weit spazieren.

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Das letzte Stückchen Fahrt ist bis zum Abend schnell geschafft.

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So, jetzt bin ich fertig.


Tschüss Allgäuluft

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und    Kuhdungduft!

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