Fernsehen von früh bis spät!

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Das war eine herrliche Urlaubswoche, die wir verbracht haben! Wir waren nämlich an der Mosel! Davon will ich euch alles haarklein erzählen.
Donnerstag, 16. April

Ich hätte gar nicht gedacht, dass wir heute überhaupt noch losfahren. Annegret ist mal wieder mit nix fertig, obwohl sie schon seit ein paar Tagen Urlaub hat und mir auch immerfort sagt, dass wir in Urlaub fahren. Aber sie muss noch ganz viel am Computer machen und telefonieren und gesund werden und aufräumen und saubermachen und auch noch „ein bisschen“ packen. Das kenne ich ja, packen, bis das Auto rappelvoll ist. Wie bei einem Umzug.

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Aber endlich am Nachmittag um halb vier sitzen wir im Auto. Ich weiß gar nicht, ob ich am besten vorne oder hinten rausgucken soll, damit ich erkenne, wo´s hin geht.

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Den Anfang der Strecke kenne ich, aber irgendwann werde ich doch müde und tauche ab. Bis … ja bis Annegret mir irgendwo in der fernen Eifel eine Stelle zeigt und sagt: „Hannes, weißt du noch?“

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUnd sie zeigt mir am Straßenrand genau die Stelle, wo uns vor 4 Jahren, als wir auch an die Mosel wollten, unser Auto verreckt ist. Das war eine Katastrophe! Davon habe ich euch ja erzählt und ihr könnt es nochmal nachlesen, wenn ihr´s noch nicht kennt oder wieder vergessen habt.
http://www.hannes-kadur.de/2011/03/

Aber dieses Mal klappt alles wunderbar, und nach 2 Stunden sind wir schon angekommen.

O, das ist ja Klasse! Wir haben ein eigenes Haus und können direkt auf die Mosel unten sehen.

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Annegret macht mich draußen fest, und sofort fange ich mit Fernsehen an: Alles winzig klein, was ich da unten sehe, aber auch alles lebendig und echt.

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So bin ich gut beschäftigt, während Annegret Unmengen auslädt und unser Haus damit füllt.

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Wir machen dann nur noch ´ne kleine Runde, aber ich bin sehr, sehr, sehr zufrieden. Auch drinnen ist es schön. Selbst von der Treppe aus kann ich noch bis zur Mosel sehen.

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Der Platz unter der Treppe gefällt mir auch gut, als Schlafplatz jedenfalls.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADeswegen legt Annegret mir dort auch einen `Bunteblumenwiese-Schlafsack´ hin.
„Hannes, ob du´s glaubst oder nicht, ich konnte dein Nerzbett nicht finden, da hab´ ich halt den alten Schlafsack genommen. Der war vor 40 Jahren schon mit mir in Norwegen.“

OLYMPUS DIGITAL CAMERAO ja, der gefällt mir supergut. Ich glaube, da kann ich gut drauf schlafen.

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Gute Nacht!

Freitag, 17. April

Nach dem Aufstehen muss ich mich mal eben orientieren. Alles gut!

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Im Nachbarhaus rechts wohnt auch ein Hund mit seinen holländischen Menschen.

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Die sind nur ganz kurz mit ihm zum Waldrand gegangen, haben ihn dann wieder im Haus verschlossen und sind danach weggefahren. Wir machen jetzt aber erstmal ´ne Runde in unserer engen Umgebung, auf dem „Mont Royal“. So heißt der Berg nämlich, auf dem wir sind.
Bin ich froh, dass Annegret so gerne rausgeht wie ich! Deswegen passen wir auch so gut zusammen.

„So, los geht´s“, sagt sie am Nachmittag.
Das Auto brauchen wir jetzt erstmal nicht mehr, das Frühlingswetter ist mehr als schön

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und mit unseren 6 Beinen haben wir einiges vor. Annegret kennt sich ja einigermaßen aus und so machen wir eine gute 2-Stunden-Runde.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOb ihr´s glaubt oder nicht – ich komme einfach nicht richtig voran! Das Fernsehen hält mich immer wieder auf! Manno, ist das schön hier!

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Als wir durch die Weinberge laufen, fragt Annegret: „Hannes, kannst du das lesen?“

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Und dann kommt sie mit Weinbergsarbeitern ins Gespräch, die gerade neue Reben pflanzen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas geht nur mit Raupenfahrzeugen und Seilwinden, weil hier alles so biestig steil ist.

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Zum Glück können wir den Weg runter nach Kröv in großen Serpentinen gehen, sonst hätte Annegret wahrscheinlich auch Probleme. Ich nicht, ich habe ja 4 von unseren 6 Beinen.

In Kröv wird noch eingekauft, alles in den Rucksack gepackt und dann steigen wir wieder bergan.
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Als wir zurück sind, bekomme ich für gutes Laufen eine Belohnung. Annegret hat die Packung, die ich von unseren Nachbarn zu Ostern geschenkt bekommen habe, mitgenommen. Da kriege ich jetzt jeden Tag was von. Lecker!

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Danach bin ich ein bisschen eingeduselt, aber mit Blickrichtung Mosel. Falls die Augen aufgehen, kann ich sofort wieder fernsehen.

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Unsere Nachbarn kommen erst am Abend um 7 Uhr wieder. Annegret ist außer sich: „Die haben ihren Hund seit 10 Uhr heute morgen alleine gelassen!“ Wir haben ihn auch klagen gehört. O, wie gut geht es mir doch dagegen. Immer raus und immer raus.

Heute Abend will ich mal in meinem Korb schlafen. Den hatte Annegret rein zufällig auch mit im Gepäck. Es ist mein alter Korb, der früher in ihrem Büro war.

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Und über mir lässt sie Schumanns Frühlings-Sinfonie aus den Lautsprechern krachen.
„Nein Hannes“, sagt sie, „ist das schön, wenn´s einem gut geht!“
Ich finde allerdings, es geht ihr gar nicht gut. Sie hat ihre Erkältung immer noch nicht weg und wenn wir draußen sind, niest und rotzt sie in einer Tour.
„Vielleicht fluten auch die Pollen schon meine Nase, wer weiß?“ sagt sie.
Auf jeden Fall ist es schön, dass es mir gut geht. Mir geht es sogar supersupergut! Ich glaube, ich habe bis jetzt schon mehr gesehen als gerochen.
Deswegen kann ich auch prima schlafen.

Samstag, 18. April

Das Wetter ist eindeutig zu schön für April, aber nicht zu schön für uns.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWir wollen wieder raus bei strahlendem Sonnenschein. Annegret hat etwas mit ohne Steigungen rausgesucht, einfach zum Genesen und Genießen. Wir gehen einen Höhenweg entlang, wieder richtig gut zum Fernsehen.

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Nach einem kleinen Waldstück kommen wir an einen riesenhohen Zaun und mir beißt ziemlich strenger Tiergeruch in die Nase. Tatsächlich, jetzt sehe ich die Viehcher auch und die mich ebenso. Wild! Ganz zahm und neugierig.

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Wir beglotzen uns ein wenig.

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Aber ich kann nix mit denen anfangen.
Also weiter. Wir kommen zu einer Bergkapelle, die ich noch von damals kenne,

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laufen pausenlos an den größten Wildblühmischungen vorbei

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und müssen zwischendurch mal was trinken.

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„Hänchens Born“, sagt Annegret, „muss für dich `Hänschens Born´heißen.“

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Am Mittag sind wir wieder zurück. Unser Nachbarhund ist wieder alleine. Annegret macht lecker Essen und dann schlummern wir eine Runde und dann gehen wir wieder eine Runde. Diesmal in eine ganz andere Richtung, aber wieder zum Fernsehen.

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„Hanneshund, ich möchte dich darauf hinweisen, dass du dich hier an einer Spezialstelle befindest!

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Das ist genau der 50. Breitengrad.“

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Muss ich das jetzt verstehen?
Ich finde wichtig, dass wir am Vormittag 2 Stunden draußen waren und jetzt wieder 2 Stunden. Macht zusammen 4.

Am Abend kommt wieder „Körbchen-Suchen“. Ich glaube, das machen wir schon seit 10 Jahren. Fast jeden Abend, Zuhause oder im Urlaub, versteckt Annegret mein Henkelkörbchen irgendwo. Das muss ich dann suchen und bringen. Und jedes Mal freue ich mich so, wenn ich´s gefunden habe. Und jedes Mal muss Annegret lachen, wenn ich es bringe. Das macht deswegen solchen Spaß, weil ja Knabberstangen da drin sind, `Dentastix´ heißen die, und die mag ich so gerne. Aber heute ist mir ´ne Panne passiert. Das Körbchen habe ich in einem der Schlafzimmer gefunden und flitze damit die Treppe runter,

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aber als ich die Abkürzung zu Annegret nehmen will, fällt es mir aus der Schnauze und klemmt genau zwischen Tisch und Sofa. So ein Mist! Glaubt ihr, Annegret hätte mir geholfen?

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Lässt sie mich einfach rumwirtschaften, bis auch noch die Packung aus dem Körbchen fällt.

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Irgendwie habe ich die dann zu ihr geschafft und nach dem Knabbern konnte ich gut schlafen.

Sonntag, 19. April

Wir machen wieder ´ne 2-Stunden-Strecke am Vormittag. Annegret sucht immer ganz schöne Wege raus. Natürlich wieder mit Fernsehen.

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Und weil wir die Festungsroute gehen,

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kann ich auch ein bisschen Höhlen forschen. Mach ich total gerne.

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Am Liebsten alleine, ohne Annegret.

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Die ist sowieso nur mit Niesen und Naseputzen beschäftigt. „Manno“, sagt sie, „für so viel Niesen brauche ich eigentlich 2 Nasen!“ Und dann sieht sie ein Schild und meint: „Komm Hannes, das sehen wir uns an!“

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Das muss ich Hundevieh gleich mal probieren.

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Superfrisches Frühlingswasser!

Danach kommen wir zum Flugplatz

OLYMPUS DIGITAL CAMERAund wieder zu einer Fernsehstelle

OLYMPUS DIGITAL CAMERAund irgendwann sind wir wieder zurück.

So, dann will ich mich mal ausruhen. Natürlich mit Blickrichtung Mosel.

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Als ich wach werde, sehe ich gleich als Erstes nebenan ein neues Hündgen: Ein nettes Mädchen!

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Montag, 20. April

„Hänseli, sei bitte nicht enttäuscht, aber wir müssen heute mal ´n ruhigen Tag einlegen. Ich will endlich gesund werden!“ sagt Annegret.
O, ich armer, armer Hanneshund!

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Ein langweiliger Tag liegt mir gar nicht. Bei dem herrlichen Wetter!
Am Nachmittag marschieren wir aber wieder los. Total blauer Himmel!

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Am Anfang kommen wir an einem Weingut vorbei. „Du lieber blauer Himmel“, sagt Annegret, „Hannes, sieh mal! Sind das die Pflegeartikel für einen Weinberg? Mir wird schlecht!

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Das sind doch alles Giftfässer!“

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Danach streifen wir herrlich durch die Natur,

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aber auf einmal flüstert Annegret: „Pscht, Hannes, ganz leise sein! Sieh dir mal diese Halunken an! Die sind im Dienst! Verbandsgemeinde Wittlich!“

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Wir schleichen uns noch ein bisschen näher ran.

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Und dann hören wir, wie sie miteinander besprechen, wann sie zurückfahren sollen. Vielleicht so um Viertel nach drei oder halb vier. „Diese Halunken“, sagt Annegret noch einmal.

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Obwohl wir keine Halunken sind, genießen wir das Wetter genauso und die schöne Umgebung.

Aber richtig müde bin ich heute nicht geworden. Deswegen bleibe ich am Abend auch ganz lange draußen.

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Sehen kann ich zwar nix mehr, aber hören. Vom Waldrand ruft immerfort ein Käuzchen.

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Ich gehe nur zum Übernachten rein.

 

Dienstag, 22. April

Im Schlepptau zu Berge wir zieh´n, fallera…

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Annegret sagt, dass es ihr besser geht und wir heute ´ne große Wanderung machen. Mit Picknick im Rucksack. Ich freue mich so! Da schleppe ich sie doch gerne. Wir kommen zwar wieder an dem Giftfassweingut vorbei

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und danach an einem „Man-gönnt-sich-ja-sonst-nix-Häuschen“,

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aber bald schon sind wir wieder im herrlichsten Wald.

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Und gleich rieche ich wieder Wild.

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Rehe!

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Da ich Annegret aber an der Leine habe, kann ich nichts machen.

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Hin und wieder kommt ein frisches Wässerchen, wo ich auftanken kann, und genau hier sagt Annegret, als sie auf die Wanderkarte sieht: „Hannes, weißte wat? Wir bauen noch ´ne Verlängerung ein. Ich will dir noch was ganz Berühmtes zeigen! Die Motocross-Strecke in Reil „Am heißen Stein“!“

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Ich kann überhaupt nicht erkennen, was sie meint, aber weil wir aus dem Wald raus sind, darf ich endlich cross laufen.

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Annegret ist maßlos enttäuscht und sagt nur: „Dieser Pups soll die Cross-Strecke sein??? Ich fasse es nicht!“

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Dafür lasse ich aber dann meine Beine fliegen, dass ich selbst nicht mehr weiß, wie ich sie sortiere!

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Auch die Tribünen findet Annegret ´ne Lachnummer.

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Und mittendrin noch ´n Weinberg.

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Aber immerhin hat uns dieser Abstecher eine Wanderstunde zusätzlich gebracht. Und auf der ganzen, langen Strecke sind wir mal wieder keiner Menschenseele begegnet.

Ungefähr ´ne halbe Stunde, bevor wir wieder zu Hause sind, werde ich müde. „Das ist das Alter, Großväterchen“, sagt Annegret. Und da wir wieder genau am 50. Breitengrad sind, will ich mal eben was ausruhen.

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Natürlich mit Fernsehen.

Als wir wieder an unserem Häuschen zurück sind, ruhe ich mich noch weiter aus, muss aber, weil Annegret das so will, unbedingt bei dem schönen Gänseblümchen aufpassen und es nicht platt machen.

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Mach ich doch gerne.


Mittwoch, 23. April

„Hannes, heute kommt ein ganz anderes Programm. Ich habe gestern vom Aussichtspunkt eine kleine Moselfähre entdeckt. Mit der wollen wir heute mal nach Enkirch schippern.“
Mir ist natürlich alles recht. Hauptsache raus. Und das Wetter ist und bleibt super.
Wir steigen am Vormittag durch den Wald Richtung Mosel nach Kövenig.

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Aha, hier geht´s lang.

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O, als wir an der Mosel ankommen, tuckert die Fähre gerade auf die andere Seite.

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„Dann müssen wir rufen:`Fährmann, hol über!`“, erklärt mir Annegret.

Und als sie das Schild liest, sagt sie: „Das ist eine Fährfrau! Und die macht genau Mittagspause, wenn wir zurück wollen. Da müssen wir umdisponieren.“

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Die Fähre kommt und mir wird schon etwas mulmig.

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Ich kenne die Fähren ja vom Rhein. Das ist was ganz Fürchterliches. Die haben so laute Motoren und grummeln einem durch die Pfoten bis in den Bauch und ins ganze Fell! Das ist sehr scheußlich.

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Mir ist gar nicht geheuer, als es los geht, aber die Fährfrau ist so nett!

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Als wir nach 60 Sekunden endlich in Enkirch sind, gibt sie uns ein „Gässchen-Programm“ mit (kein Gassi-Programm!), das wir machen können, wenn sie Mittagspause macht. Superidee, findet Annegret, denn sie wollte eigentlich nur ´ne Apotheke für Allergie-Triefaugentropfen auftreiben.

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Und schon geht´s los durch die verwinkelten Gässchen und Pfädchen.
Leider verfolgt mich eine Katze.

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Mitten im Ort gibt´s einen Weinberg, und weil der so gespritzt worden ist, darf ich auch mal.

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Annegret entdeckt unsre Ferienhäuser.

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Und dann sagt sie auf einmal: „Jetzt gehen wir essen! Ich suche uns ein schönes Restaurant!“ Das finden wir auch bald, aber die Chefin kann mich nicht leiden, weil sie keine Hunde mag.

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Als Annegret mal auf Toilette möchte, sagt sie zu mir, ich solle schön liegen bleiben. Und die Chefin sagt zu ihr: „Wollen Sie den etwa hier alleine lassen?“ Damit meinte sie mich.
Annegret: „Soll ich den etwa mit auf Toilette nehmen?“
Als sie zurück kommt, liege ich millimetergenau so wie vorher. Ich habe mich nämlich überhaupt nicht bewegt, um Eindruck zu schinden.
Annegret frohlockt, weil sie auf der Karte einen Bio-Wein entdeckt. Giftweine sollen andere trinken. Sie bestellt sich ein Schöppchen und ein Portiönchen zu essen.

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Davon kriege ich sogar noch etwas ab.

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Als alles verspeist und bezahlt ist, will Annegret immer noch nicht zur Fähre. Ich ja sowieso nicht. Jetzt will sie den Bio-Winzer aufspüren. Der ist auch gar nicht weit entfernt.

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Als Erstes werde ich bedient. Ich bekomme sofort frisches Wasser in einem Designernapf. Danach wird´s sehr langweilig, weil Annegret endlos mit dem Chef fachsimpelt. Und auf einmal sagen beide: „Dann bis morgen!“
O je, die Nummer kenne ich ja, wenn Annegret ein paar Fläschelchen Wein kauft! Da kriegt unser Auto auf einmal mehr Platz (oder ich weniger)!

Aber dann geht´s zurück zur Fähre.

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Noch einmal dieses grausige Gerumpel unter mir.

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Bin ich froh, als wir wieder an Land sind!

Wir müssen jetzt noch auf den Mont Royal, aber das ist nur ´ne Formsache.

Am Nachmittag spitze ich die Ohren: Ich höre vom Wald her ein ganz komisches Bellen.

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Annegret hat´s auch gehört und erklärt mir: „So bellt ein Rehbock, Hannes.“
Ach so.
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Dann kann ich den Abend ja ruhig genießen.

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Donnerstag, 23. April

Wieder ein Traumwetter!

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Annegret hat schon einen Plan: Heute kommt eine Wanderung nach Traben-Trarbach mit viel Fernsehen und Rückweg über den Mont Royal. Picknick ist im Rucksack.

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Am Ortsrand von Traben machen wir eine kleine Rast, und gleich kriege ich von einer Anwohnerin frisches Wasser geliefert.

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Köstlich!

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Weiter geht´s.

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Zur großen Mittagspause packt Annegret Käsewürfel und Mettwurststückchen aus.

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Ich muss mich vor dem Essen aber noch satt sehen. Und dann gibt´s endlich mal wieder Flugkäse! Kennt ihr Flugkäse? Das sind Käsewürfel, die durch die Luft geflogen kommen und die ich fangen muss.

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Das kann ich nicht besonders gut, und Annegret schimpft, wenn ich mir keine Mühe gebe und den Käse aus dem Staub fische.

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„Du kannst doch so gut Hummeln fangen!“ Ja, das kann ich! Hummeln schnapp´ ich mir aus der Luft, knall einmal mit den Zähnen drauf und schmeiß sie wieder weg. Ihr solltet Annegret dann mal schimpfen hören! „Hannes, du grauenhafter Hund! Das sind Nützlinge, im Gegensatz zu dir!“

Beim Weitergehen entdeckt Annegret noch einen Diogenes-Campingplatz

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und ich noch ein Gemäuer zum Stöbern

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und irgendwann am Nachmittag sind wir wieder zurück.

Wir müssen danach endlich mal wieder unser Auto aktivieren; Annegret will ja noch Wein kaufen.
Und danach erlebe ich noch was ganz Drolliges, aber leider war Annegret zu langsam mit der Kamera. Also, ich liege wieder an meinem Fernsehlieblingsplatz im Gras,
OLYMPUS DIGITAL CAMERAbin aber ein bisschen eingeduselt, aber immer noch aufmerksam. Ich merke nämlich, dass mir jemand sehr nahe kommt und mache die Augen auf. Da hüpft ein Kohlmeischen ganz vorsichtig, aber ganz dicht an mich ran. Bis auf 10 Zentimeter! Ich glaube, die Meise will sich an mich ran machen und mich rupfen. Deswegen zucke ich mal kurz, um sie zu erschrecken. In dem Moment kommt Annegret raus und sagt: „Hannes, haste die Meise gesehen? Die wollte dir an de Wäsche! Hanneshaare fürs Vogelnestchen!“
Ob ihr´s glaubt oder nicht: ´Ne Stunde später hat sie´s nochmal versucht!

Freitag, 24. April

Nein!!!!!!!!!!!!!

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Mir wird schlecht! Annegret packt! Das finde ich echt zum Kotzen!
Ich muss überlegen, wie ich ihr meine Meinung sagen soll.
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Damit sie sieht, wie ich leide, lege ich mich an eine unmögliche Stelle. Da habe ich die ganze Woche kein einziges Mal gelegen. Und sie ist auch besonders hässlich.
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Aber ich kann nichts aufhalten. Es ist zum Heulen.
„Hänseli, hast du denn etwa vergessen, dass wir´s zu Hause auch ganz schön haben? Wir sollten nochmal nachsehen.“
Ich soll ins Auto springen. Tu ich aber nicht. Ich will fernsehen.
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Aber es hilft alles nichts. Gegen Annegret verliere ich fast immer.
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Unterwegs machen wir ´ne schöne Pause im Buchenwald,
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und schwuppdiwupp sind wir kurz nach Mittag schon wieder zu Hause.

Tatsächlich!
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Hatte ich doch glatt unser Gärtchen vergessen.
Aber es ist noch da, und jetzt wieder mit mir, dem Hanneshund.
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„Weißt du was, Hannes?“ sagt Annegret, „ausgepackt wird irgendwann, – jetzt streifen wir bei Urlaubswetter erstmal durch unser Revier, damit du wieder siehst, wie schön wir´s haben.“OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Tatsächlich! Ich hatte es vergessen.
Im Wald entdecke ich sogar eine neue Installation. Die muss ich natürlich sofort einweihen. Einen Spritzer Weihwasser habe ich ja immer dabei.
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Und oben auf der Höhe sehe ich unsere weite Welt wieder! Hatte ich doch tatsächlich vergessen, dass ich hier auch fernsehen kann: Alle Tage das Siebengebirge.
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Und schnuppern muss ich! Mich interessiert, wer in der Woche hier alles gewesen ist.
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Und dann sehe ich auf einmal die neue Frühlingskollektion: Da will ich mich doch gleich mal mit bekannt machen.
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Ja, das war also meine haarklein erzählte Urlaubsgeschichte. Wenn ihr das alles bis hierhin gelesen habt, dann hattet ihr solange gewiss auch eine schöne Zeit.

Euer Hannes

2 Gedanken zu „Fernsehen von früh bis spät!

  1. Martina

    Hallo Hannes, ich wohne auch in Niederbachem.
    Und habe dich schon oft mit Annegret (oder umgekehrt) spazieren gehen gesehen.
    Hier in NIederbachem wohnen ja viele Hunde. Aber du bist mir ganz besonders aufgefallen.
    Irgendwann war ich dann mutig genug Annegret anzusprechen und sie zu fragen, welcher Rasse du angehörst. Sie hat geschmunzelt und hat gesagt, dass du ein ganz besonderer Hund bist, eine ganz seltener edler Hundemischhling bist. Ich habe zurück geschmunzelt und habe gelächelt.
    Ich wusste aber immer noch nicht wo du denn wohnst. Und siehe da, letzten Freitag habe ich dich dann in deinem Garten zufällig gesehen, weil ich bei meiner Freundhin Heike eine Holzpalette abgeholt habe. Und da warst du plötzlich. Gerd hat mir dann von deinem Blog erzählt. Den ich dann teilweise mit Begeisterung gelesen habe. Du bist ein toller ganz besonderer Hund, aber ich denke dies kann man auch über Annegret sagen. Ich glaube du hast großes Glück gehabt, bei ihr wohnen zu dürfen.
    Machs gut Hannes, bis demnächst irgendwann auf der Straße in Niederbachem.
    Liebe Grüße
    Martina

    Antworten
  2. JoKoBo1952

    Lieber Hannes, einer der schönsten Blogs vom 6-Beiner! Kriege das Schmunzeln wahrscheinlich nie mehr aus dem Gesicht …
    Liebe Grüße JoKoBo

    Antworten

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