Da werde ich EINMAL IM LEBEN fünfzehn…

… und dann ist Annegret krank!
Das ist schwer zu glauben, denn es gibt ja immer gleich drei Gründe zu feiern, bei jedem Geburtstag! Ihr kennt das doch, oder?

Genau, mein Geburtstag ist immer am Valentinstag!

Und genau am Valentinstag vor 14 Jahren bin ich aus Athen zu Annegret gekommen! Das muss man doch feiern! Manchmal fällt das alles zusammen auch noch auf Karneval, das ist dann ganz besonders jeck. Habe ich alles schon hinter mir.
Und jedes Jahr hat Annegret sich so tolle Sachen ausgedacht!
Aber diesmal? Da ist sie ganz krank. Sie liegt fast nur im Bett und hustet 20 Stunden am Tag.
Am Mittag macht sie mir aber einen Geburtstagsschmaus. Sie hat nämlich Festtagsfleisch für mich gekauft.
Ich habe euch ja neulich erzählt, dass ich ein bisschen altersherzkrank bin und jetzt immer Herztabletten einnehmen muss. „Aber heute, Hannes, gibt´s statt Herztabletten HERZ!“
Das zeigt sie mir und ich will mir gleich ein Stück schnappen, aber – o weh! Nichts da!

Es soll nämlich erst noch gekocht werden.
Ach du Schande! Das heißt, ich muss jetzt die ganze Zeit warten?
Das ist aber eine Tortur.

Aber die Küche verlasse ich jetzt nicht mehr.

Es scheint auch dieses Jahr keinen Geschenkeberg zu geben.
Ja, was ist denn das???
„Also Hannes, das ist so“, erklärt Annegret mir, „ich habe dir ja neulich eine Wohltat gekauft und geschenkt, und die hält ja noch lange bis über deinen Geburtstag hinaus! Das sollte reichen und ist viel, viel sinnvoller als Spielzeug für dich alten Hund!“
Sie hat mir nämlich für ziemlich viel Geld eine 10er-Karte Physiotherapie gekauft, damit meine alten, knarrenden Beine nochmal etwas geschmeidiger werden. Da erzähle ich euch gleich noch was zu, denn jetzt kommt erst meine Mahlzeit

und dann noch unser Geburtstagsspaziergang.
Wir fahren extra ein Stückchen raus und ich freue mich riesig. Endlich mal wieder Fremdschnuppern!
Aber wie entsetzlich: Annegret kehrt nach ein paar hundert Metern wieder um. Sie ist einfach zu krank und die Kälte viel zu eisig und der Wind noch viel mehr.

Nur ein schöner Blick in die Gegend bleibt uns noch.
Das war´s. Das war alles! Zum Heulen! Annegret geht wieder ins Bett.

Und weil das so jämmerlich war, erzähl ich euch jetzt was anderes. Erstmal zu meinen Herztabletten. Obwohl auf der Packung steht „wohlschmeckend“, finde ich die ungenießbar. Zusätzlich kommen noch große Tabletten für meine Gelenke. Annegret macht immer kleine Bröckchen draus und knetet sie in mein Futter und will sie mir so unterjubeln. Aber ich bin doch nicht blöd! Ich schaffe es fast immer, die Stückchen auszusortieren und auszuspucken.
Ich kann mich nicht an den Geschmack gewöhnen. Pfui!

Und jetzt die Sache mit der Physiotherapie. Eigentlich ist es nicht ganz so schlimm wie im Behandlungsraum, aber meine Nerven spielen einfach nicht mit, sobald ich in die Praxis komme. Zittern am ganzen Leibe! Einmal kommen wir ins Wartezimmer und platzen mitten in eine Reportage hinein.

Während Annegret ein Interview gibt, zittere ich weiter. Sie erzählt, dass ich schon uralt und sehr prominent bin, weil ich eine eigene Website habe!
Das ist für Herrn Moll wirklich interessant. Deswegen werde ich auch gleich auf seiner Website verarbeitet:
http://hunderunden.de/aus-der-praxis/kleintierpraxis-wachtberg-reportage

Aber dann muss ich in den Massageraum. Mir hängt schon wieder die Zunge.

Aber es hilft alles nichts.

Jedes Mal 25 stundenlange Minuten! Ich soll mich immer der Länge nach hinlegen. Dann werde ich verkabelt und ein bisschen elektrisiert

und dazu gibt´s ganz viel Kneten und Drücken meiner Muskeln. Weil mir das aber immer alles viel zu lange dauert, verkürze ich einfach die Anwendungen und stehe auf. Annegret ist dann sauer und sie und meine Therapeutin versuchen, mich nochmal auf den Boden zu bewegen.

So. Inzwischen sind seit meinem Geburtstag schon 4 Wochen vergangen. Und wisst ihr, wie es mir jetzt geht?
Gut, gut, guuut !!!
Ich gehe wieder richtig gerne raus, am liebsten mindestens ´ne Stunde! Also morgens und nachmittags nochmal. Ich kontrolliere auch wieder den Garten bis in alle Ecken, wenn´s nicht gar zu frostig ist.

Und drinnen spiele ich wieder mit meinem Futterball.
„Du alter Welpe!“ sagt Annegret.

Mal sehen, wenn der Frühling es bald mal richtig schafft und es schön warm wird, geht´s mir bestimmt noch besser!

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