Adventsandacht

Liebe Freunde!

Hier kommt mein Weihnachtsbrief. Darin erzähle ich euch etwas, das ihr keinem Menschen weitersagen dürft. Keinem!!!

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Mein Erlebnis hatte ich am Tag vor dem 1. Advent, und es hatte mit der Kirche zu tun. Ihr wisst ja, dass Annegret seit Sommer vieles in der Kirche macht und mich schonmal KKK nennt, „KirchenKöterKadur“. Sie ist ja sehr evangelisch, ich hingegen bin, ja … wie soll ich sagen … mehr griechisch als orthodox. Und was ich euch jetzt erzähle, ist eine Beichte. Deswegen muss das auch unter uns bleiben.

Annegret hatte an diesem Samstag so viel für Advent vorzubereiten und zu schmücken, dass ich stundenlang hätte zu Hause oder im Auto bleiben müssen. Da hat sie mich aber in ihrer unorthodoxen christlichen Nächstenliebe mitgenommen und gesagt: „Du darfst jetzt ganz, ganz, ganz, ganz ausnahmsweise mal mit in die Kirche. Und da musst du ganz, ganz, ganz doll lieb sein.“ Also bin ich mit reingeschlichen und musste mich dann ganz hinten hinlegen. „Platz und bleib!“
Wisst ihr, was ich von diesem Platz aus sehen konnte? Es war überwältigend:
Eine knallrote Rennbahn!

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Aber ich bin liegen geblieben.
Und dann kam das, was ich jetzt eigentlich beichten muss.

Tatsache ist, dass Annegret mich in Versuchung geführt hat. Sie hatte nämlich inzwischen die großen Konzertschilder fertig und wollte diese außen an die Kirchenportale hängen.

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Dazu musste sie mich aber in der Kirche alleine lassen. Ich weiß noch genau, dass sie zuerst an der linken Seite rausging.
Dann war ich tatsächlich alleine in diesem unglaublich schönen, großen, hohen Raum.
Es gab nur einen kurzen Kampf in mir.
Ich konnte der Versuchung einfach nicht widerstehen. Ich musste hoch!

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Kirchenmucksmäuschenstill bin ich die Treppe hochgepirscht ……und habe mich auf der Empore ganz vorsichtig ein wenig umgeschaut.

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Ich war vollkommen vertieft, als ich auf einmal die Kirchentüre knarren hörte und Annegrets Stimme: „Hannes, wo bist du??“ Mist! Als sie mich oben auf dem alten Linoleumboden steppen hörte, zischte sie: „Komm sooofort runter!“

Ich – auf allen Vieren – prrrrrrrrrrt – die Treppe runter und zack! lag ich wieder da. Ganz, ganz doll lieb.

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Jetzt musste aber noch das andere Plakat aufgehängt werden. Also war ich wieder alleine. Wieder ein innerer Kampf. Wieder verloren. Ich musste bis vorne in die Kirche! Das habe ich langsam gemacht. Nase am Boden. Voller Genuss. Bis vorne hin. Und wisst ihr, was ich dann getan habe? Staunt ruhig!

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Ich habe mich auf die Altarstufen gesetzt und die Kirche betrachtet. Wann hat ein Hund schon solch eine himmlische Gelegenheit?

Als Annegret zurückkam, saß ich immer noch da. Ganz kirchenmucksmäuschenstill und ganz, ganz doll lieb.
Nur eins störte meine Andacht: Annegrets erneutes Zischen von hinten, als sie mich entdeckte: „Hannes, du kommst jetzt ganz schnell hierhin!!“ Das war ein Befehl. Und ich war gehorsam. Den Rückweg hätte ich beinahe im Dreisprung geschafft.

Ganz, ganz schnell.

Und jetzt sagt mir mal ganz ehrlich und antwortet bitte:

Ist diese Kirche nicht ganz wunderbar
mit mir ???

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Ich wünsche euch ein schönes Weihnachtsfest und ein recht neues Jahr!
Euer Hannes

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